Wie kann ich mich vor Fake-Masken schützen.
Woran erkenne ich eine geprüfte Maske und wie kann ich sicher sein, dass das CE Kennzeichen echt ist?

Wie kann ich mich vor Fake-Masken schützen.

Vier Milliarden ungeprüfter und eventuell mangelhafter FFP2-Masken sind nach Deutschland importiert worden und befinden sich im Verkauf. In Geschäften in der Einkaufspassage, im Internet und sogar in Apotheken.

Die Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung ist groß. Und gerade jetzt, im zweiten Lockdown, hat wirksamer Atemschutz hohe Priorität. Dieser Artikel zeigt Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten müssen, um keine wirkungslose Fake-Maske zu kaufen.

Warum befinden sich diese Masken überhaupt im Verkauf?

Die Corona Pandemie hat die Nachfrage nach medizinischen Mund-Nasen-Schutz (MNS) und Partikelfiltrierenden Halbmasken (FFP) so stark erhöht, dass ein Versorgungsengpass unausweichlich wurde.

Um diesem Engpass und seinen Konsequenzen etwas entgegenzusetzen wurden Sonderzulassungen vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemäß § 11 Abs.1 Medizinproduktgesetz a.F. (MPG) bzw. § 7 Abs. 1 Medizinproduktrecht-Durchführungsgesetz (MPDG) erteilt. Diese Sonderzulassung erlaubten es, dass auch Medizinprodukte bei denen kein Konformitätsverfahren gemäß der Richtline 93/94/EWG durchgeführt wurde unter bestimmten Voraussetzungen per Sonderzulassung gemäߧ 11 Abs. 1 MPG a.F. bzw. § 7 Abs. 1 MPDG in den Verkehr gebracht werden konnten. Produkte die über diesen Weg in den Verkauf kamen, besitzen kein CE-Kennzeichen.

Mittlerweile hat das BfArM den Versorgungsengpass als beendet erklärt. Seit dem 01. Juni 2020 wurde Anträgen auf Sonderzulassungen nach § 7 Abs. 1 MDPG nicht stattgegeben. Anträge die vor diesem Stichtag genehmigt wurden, bekamen eine Auslauffrist bis spätestens 31.08.2020.

Woran erkenne ich Masken die keine CE-Kennzeichnung haben?

Suchen Sie beim Kauf einer Maske nach der CE-Kennzeichnung. Diese muss sichtbar auf der Verpackung angebracht sein. Oder auf dem Produkt selbst. Die Kennzeichnung besteht immer aus dem CE-Zeichen sowie einem vierstelligen Zahlencode. Der Code gibt die Prüfstelle an, in dem die Prüfung des Produkts vorgenommen. Fehlt dieser Zahlencode oder die gesamte Kennzeichnung, handelt es sich um ein Produkt, welches das gängige Prüfverfahren nicht absolviert hat und demzufolge nicht den EU-Bestimmungen entspricht.

Zu den massenhaft importierten Masken gehört ein Model aus China mit der Bezeichnung „KN95“ Diese Masken sind bisher nach dem Chinesischen Standard GB2626-2006 produziert und getestet worden. Die chinesische Richtlinie ist mit der EU 149:2006 für FFP2 Masken vergleichbar. Erfüllen die KN95-Masken die chinesische Richtlinie, konnte sie, per Sonderzulassung als „FFP2-Maske“ in Umlauf gebracht werden.

Die Norm wurde vor kurzem überarbeitet und wird ab dem 01.07.2021 durch die neue Norm GB2626-2019 ersetzt. Die im Umlauf befindlichen Masken, die nach GB2626-2006 geprüft wurden, können weiterhin vertrieben werden.

Was muss ich beim Kauf von Masken beachten?

Um schnell auf den Engpass reagieren zu können, wurde ein vereinfachter Prüfgrundsatz entwickelt, der klären soll, ob die das Produkt eine angemessene Schutzwirkung bietet. Dieser vereinfachte Prüfgrundsatz ist keine EU-Baumusterprüfung und ersetzt diese auch nicht. Hat das Produkt den Test bestanden, isdt es von der zuständigen Prüfstelle mit einem Zertifikat versehen worden. Durch die Menge an Masken die innerhalb kurzer Zeit nach Europa importiert wurden (die WISO -Sendung sprach von 8 Milliarden) konnten lange nicht alle Masken geprüft und Zertifiziert werden. Es befinden sich schätzungsweise 4 Milliarden ungeprüfte Masken im Umlauf (Quelle:WISO)

Wurden die Masken jedoch getestet, so liegt ein Zertifikat der jeweiligen Prüfstelle vor. Händler und Verkäufer müssen dieses Zertifikat beim Verkauf aushändigen bzw. auf Anfrage vorlegen können.

Seit einiger Zeit kursieren im Internet Meldungen zu gefälschten Zertifikaten für Masken.

Es wird von einer Vielzahl Zertifikate berichtet, die von Prüfstellen ausgestellt wurden, denen die Zulassung für PSA Prüfungen fehlt, die aber Medizinprodukte prüfen dürfen.

Wie kann Ich mich schützen?

Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie folgende Quellen nutzen, um sich über Produkte zu informieren.

Die BAuA führt eine Liste mit gefährlichen Produkten finden Sie ein Produkt in dieser Liste, sehen Sie vom Kauf ab.

Sind Sie sich bezüglich einer CE-Kennzeichnung auf PSA nicht sicher? Dann suchen Sie den vierstelligen-Code in der NANDO-Datenbank. Diese listet alle offiziellen Prüfstellen in der EU auf. Ist der vierstellige Code oder die notifizierte Stelle die das Zertifikat ausgestellt hat dort nicht gelistet. Könnte es sich bei dem Produkt um ein nicht geprüftes handeln bzw. um ein gefälschtes Zertifikat.

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