Schutzanzüge für Glaswolle und mineralwolle-Dämmstoffe

Neue mineralischen Dämmstoffen, wie Glaswolle oder Steinwolle, gelten als unbedenklich, dennoch gehört der Schutz vor Staub zu den Mindestmaßnahmen, die Sie ergreifen müssen. Tragen Sie eine FFP2 Maske mit Ventil, eine Schutzbrille und passende Handschuhe und Sie sind auf der sicheren Seite. Ein spezieller Schutzanzug ist nicht vorgeschrieben, aber ein Staubschutzanzug hilft Ihnen trotzdem. Die Fasern von Mineralwolle können unter Umständen krebserzeugend sein. Die Fasern haften an Ihrer Kleidung und können auf diese Art den Arbeitsplatz verlassen. Die Glaswolle Fasern kontaminieren dann unbemerkt andere Räume und können nachträglich eingeatmet werden. Mit einem Einweg Schutzanzug, den Sie nach Ende der Arbeit am Arbeitsplatz entsorgen, minimieren Sie dieses Risiko.

Welche gesundheitlichen Belastungen kann Mineralwolle hervorrufen?

Hautreizung durch Glaswolle

Der Durchmesser der Mineralwolle Fasern beträgt circa 5 Mikrometer. Die Fasern sind sehr steif und spießen sich in die Haut ein, das löst einen unangenehmen Juckreiz aus. Bei längerer Exposition tritt ein Gewöhnungseffekt ein, die Gefahr von Entzündungen bleibt jedoch erhalten. Eine allergische Reaktion auf die Fasern selbst ist nicht bekannt, aber die Zusatzstoffe im Dämmmaterial, wie Kunstharz, können allergische Reaktionen auslösen. Ist Ihre Haut durch Kontakt mit Fasern gereizt, dann entfernen Sie die Fasern unter laufendem Wasser mit milder Seife. Wischen Sie die Fasern vorsichtig mit einem Waschlappen ab, vermeiden Sie es danach an den betroffenen Stellen zu Reiben oder zu Kratzen. Dadurch treiben Sie die Fasern nur tiefer in die Haut.

Belastungen von Augen und Lunge durch Glaswolle

Mineralwolle Fasern brechen quer, sodass immer kürzere Stücke entstehen. Mit genügend mechanischer Einwirkung werden aus Fasern Staubpartikel. Dieser Staub ist lungengängig und besitzt die potentiell krebserregenden Eigenschaften von anderen Stäuben. Der eingeatmete Staub kann auch zu vorübergehenden entzündlichen Reizungen der Atemwege führen. Einmal in der Lunge angekommen, haben moderne Dämmstoffe eine Halbwertzeit von circa 40 Tagen bis sie zu 50% abgebaut sind, ältere Dämmstoffe haben eine Halbwertzeit von mehreren Hundert Tagen. Verlassen die Fasern die Lunge wieder, verlieren Sie auch ihre krebserzeugende Wirkung. Das Risiko, welches vom Staub ausgeht, minimieren Sie mit einer FFP2 Maske. Tragen Sie diese bei allen Arbeiten mit Dämmwolle und wechseln Sie die Maske nach jeder Schicht.

Mineralstaub kann auch die Augen schädigen, tragen Sie bei allen Arbeiten mit mineralischer Dämmwolle eine Vollsichtbrille und Ihre Augen sind geschützt.

Schutzmaßnahmen für die Arbeit mit Glaswolle

  1. Greifen Sie auf bereits konfektionierte Dämmung zurück, die Sie nicht mehr zuschneiden müssen
  2. Öffnen Sie die Verpackung der Dämmwolle erst am Arbeitsplatz, um die Kontamination anderer Bereiche zu verhindern
  3. Vermeiden Sie Erschütterungen – Fasern werden frei, wenn das Material geworfen wird oder aus der Höhe herunterfällt
  4. Schneiden Sie das Material auf einer festen Unterlage mit geeignetem Werkzeug, benutzen Sie wenn möglich einen Abzug oder Absauger
  5. Reinigen Sie den Arbeitsplatz nur mit einem Industriesauger Klasse M oder reinigen Sie feucht um Staubaufwirbelungen zu vermeiden
  6. Halten Sie den Arbeitsplatz generell sauber, entsorgen Sie Abfälle in einem verschließbaren Behälter am Arbeitsplatz
  7. Bei staubintensiven Arbeiten im Freien, arbeiten Sie mit dem Rücken zum Wind und achten Sie das keine Personen in der Staubfahne stehen

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